Perfektionisten des Handwerks treffen auf Hightech-Maschinenbau: Die Nationalmannschaft zu Gast bei Seydelmann

 Ein Tag voller Praxis, Austausch und Begeisterung für die Möglichkeiten moderner Lebensmittelverarbeitung. 

Praxis statt Theorie: Lebensmittelverarbeitung live erleben

 Was entsteht, wenn Deutschlands beste Nachwuchskräfte des Fleischerhandwerks auf den führenden Hersteller von Maschinen für die Lebensmittelverarbeitung treffen? Vor allem eines: ein Tag voller fachlichem Austausch, praktischer Erfahrungen und gemeinsamer, spannender Perspektiven. 

 Die Deutsche Nationalmannschaft des Fleischerhandwerks war zu Gast bei der Maschinenfabrik Seydelmann KG in Aalen. Im Mittelpunkt des Besuchs standen nicht nur Maschinen und Technik, sondern vor allem die Menschen, die mit ihnen arbeiten – und die gemeinsame Leidenschaft für hochwertige Lebensmittel, innovative Herstellungsverfahren und echtes handwerkliches Können. 

 „Die Deutsche Nationalmannschaft des Fleischerhandwerks steht für Leidenschaft, Qualität und höchste fachliche Kompetenz. Es freut uns sehr, diese engagierten Nachwuchstalente bei uns in Aalen begrüßen zu dürfen und ihnen die Möglichkeiten modernster Lebensmittelverarbeitung vorzustellen,“ erklärt Andreas Seydelmann, Geschäftsführender Gesellschafter der Maschinenfabrik Seydelmann die Idee hinter der Einladung. 

 Nach der Begrüßung und einer kurzen Vorstellung der Maschinenfabrik Seydelmann ging es direkt in die Praxis. Im Seydelmann Kundencenter, einem modernen, EU-zugelassenen Lebensmittelbetrieb, konnten die Mitglieder der Nationalmannschaft die Maschinen unter realen Bedingungen erleben. 

Von der Schneidtrommel bis zum Normwagentumbler

 Denn im Kundencenter geht es nicht darum, Maschinen lediglich zu präsentieren. Hier wird produziert, ausprobiert, diskutiert und weiterentwickelt. Produkte werden gemeinsam hergestellt, Prozesse verglichen und neue Ideen unmittelbar auf ihre Praxistauglichkeit geprüft. Genau dieser direkte Austausch zwischen Anwendern und Maschinenbau steht im Mittelpunkt des Konzepts.

 „Besonders wertvoll war der offene Austausch mit den Lebensmitteltechnologen und den Mitarbeitern von Seydelmann. Man merkt, dass hier nicht einfach Maschinen gebaut werden, sondern gemeinsam mit den Anwendern Lösungen entstehen,“ erklärt Gina Benz, Mitglied der Nationalmannschaft. 

 Den Auftakt des praktischen Programms bildete die Schneidtrommel für Seydelmann Wölfe. Die Teilnehmer erhielten Einblicke in deren Funktionsweise, Einsatzmöglichkeiten und Potenziale. Anschließend wurde unter Hoch-Vakuum und mit Messergeschwindigkeiten von 160m/s verschiedene Brühwurstbräte gekuttert. Im Ergebnis entstanden Hotdog-Wiener und Fleischkäse, beide super fein und mit sehr festem Biss. Auch der Normwagentumbler kam zum Einsatz, um unter anderem Salate zu mischen und Steaks sowie Geflügelteile zu marinieren. 

 „Mich hat vor allem die Schneidtrommel fasziniert. Gelesen habe ich darüber schon aber dann in echt zu sehen, wie einfach mit kleinen Veränderungen in den Einstellungen, verschiedene Güteklassen produziert werden und wie viel Zeit und Arbeit dadurch eingespart werden können… das hat mich umgehauen,“ erzählt Leopold Walser, Mitglied der Nationalmannschaft, begeistert. 

 Dabei wurde schnell deutlich: Moderne Lebensmitteltechnik und handwerkliches Können sind keine Gegensätze. Im Gegenteil: Wo Erfahrung, Kreativität und technisches Verständnis zusammenkommen, entstehen neue Zukunftskonzepte. 

Blick hinter die Kulissen der Fertigung

 Eine Werksführung gab umfassende Einblicke in die moderne Fertigung und die hohe Fertigungstiefe des Unternehmens. Dabei wurde deutlich, wie die effiziente Serienfertigung von Maschinen für das Handwerk mit der kundenindividuellen Herstellung komplexer Anlagen kombiniert wird. Ein besonderes Highlight war die Besichtigung mehrerer Produktionslinien in der Schlussmontage, wo die unterschiedlichen Maschinen und Anlagen kurz vor ihrer Auslieferung fertiggestellt und für ihren weltweiten Einsatz vorbereitet werden. 

 „Wir selbst leben das Handwerk mit Leidenschaft. Heute haben wir erlebt, wie moderne Maschinentechnik uns dabei unterstützt und neue Möglichkeiten eröffnet, ohne den handwerklichen Anspruch aus den Augen zu verlieren. Es ist einfach Wahnsinn zu sehen, wie viel Handwerk und Wissen in den Maschinen steckt, die wir wie selbstverständlich täglich im Einsatz haben,“ fasst Julia Böbel die Eindrücke aus der Werksbesichtigung zusammen. 

 Nach dem Blick hinter die Kulissen wurde das, was zuvor auf den Maschinen entstanden war, gemeinsam verkostet. Die Mittagspause wurde damit selbst zum Teil des Praxistages – und machte unmittelbar erlebbar, was moderne Verarbeitungstechnik leisten kann. 

Der Kutter kann mehr

 Am Nachmittag stand dann eine Maschine im Mittelpunkt, die alle der Teilnehmer bereits aus der klassischen Wurstproduktion kennen: der Kutter. Unter dem Motto „Der Kutter kann mehr“ wurde eindrucksvoll gezeigt, dass sein Einsatzspektrum weit über die Herstellung von Wurstwaren hinausgeht. 

 Gemeinsam stellten die Teilnehmer unter anderem Kräuterbutter und Brötchenteig her. Weitere Anwendungsmöglichkeiten und Einsatzbereiche wurden vorgestellt und diskutiert. Der Kutter wurde damit zum Sinnbild für die Vielseitigkeit moderner Lebensmittelverarbeitung: Eine Maschine, zahlreiche Möglichkeiten – und immer wieder neue Ideen. 

 „Wer Lebensmittel herstellt, weiß: Am Ende zählt das Ergebnis. Aber der Weg dorthin bietet unzählige Möglichkeiten, Prozesse zu verbessern, Produkte weiterzuentwickeln und neue Ideen umzusetzen. Der Tag hat gezeigt, wie viel Potenzial in dem steckt, was wir ohnehin in der Wurstküche stehen haben. Es war spannend zu sehen, wie vielseitig die Maschinen eingesetzt werden können – weit über die klassische Wurstherstellung hinaus,“ erklärt Lars Bendmann, Mitglied der Nationalmannschaft, sichtlich beeindruckt. 

Austausch als Grundlage für Innovation

 Genau dieser Austausch stand auch am Ende des Besuchs im Mittelpunkt. Bei Kaffee und Kuchen (natürlich auch aus selbst produziertem Teig) wurden offene Fragen diskutiert, Erfahrungen ausgetauscht und gemeinsame Themen vertieft. Der Besuch war damit weit mehr als eine klassische Werksbesichtigung. Er war ein Dialog zwischen Menschen, die Lebensmittel herstellen, und Menschen, die die Technik dafür entwickeln. 

 Für Seydelmann ist dieser Dialog von besonderer Bedeutung. Denn Innovation entsteht nicht allein am Reißbrett. Sie entsteht dort, wo Ideen auf Erfahrung treffen und Theorie in der Praxis bestehen muss. 

 „Wenn wir sehen, mit welcher Begeisterung die Teilnehmer neue Anwendungen ausprobieren und Fragen stellen, dann bestätigt uns das in unserem Anspruch. Innovation entsteht dort, wo Neugier auf Erfahrung trifft,“ fasst Andreas Seydelmann den Tag zusammen. 

 Die Maschinenfabrik Seydelmann KG bedankt sich bei der Deutschen Nationalmannschaft des Fleischerhandwerks für den Besuch, den offenen Austausch und die vielen wertvollen Impulse. Der Tag hat einmal mehr gezeigt, wie viel entstehen kann, wenn handwerkliche Leidenschaft und technologische Innovation zusammenkommen. 

 Denn die Zukunft der Lebensmittelherstellung entsteht dort, wo Menschen ihr Handwerk verstehen – und den Mut haben, neue Wege zu gehen.